Historie

Die Firmengeschichte von Hirata beginnt 1951 in Japan. Yasunari Hirata gründet dort die Hirata Sharyo Industrial Co., Ltd. mit Sitz in Kumamoto zur Herstellung und Vermarktung von Industriefahrzeugen. Im den folgenden Jahren wandelt sich die Produktpalette über landwirtschaftliche Anhänger sowie Gurt- und Schlitzförderer hin zu kompletten Montagelinien für die industrielle Produktion. 1964 liefert Hirata seine erste Fernseh-Montagelinie aus. Ende der 1970er Jahre startet Hirata in Japan mit der Entwicklung von Robotersystemen und Steuerungen.

1978

Hirata beginnt in Japan mit der Entwicklung der ersten CNC-Steuerungen und Linearachsen. In den folgenden Jahren realisiert ein kleines Team hochqualifizierter Ingenieure das erste SCARA-Robotermodell AR-300 und die passende Steuerung HAC-01. Es beginnt die Serienproduktion der Roboter und deren Einsatz in verschiedenen Montagelinien der Elektronikindustrie in Japan.

1981

Hirata stellt zum ersten Mal SCARA-Roboter und Linearachsenroboter auf der Hannover Messe Industrie aus und schließt im gleichen Jahr einen Vertretungsvertrag mit einem deutschen Maschinenhandelsunternehmen zum Vertrieb der Geräte in Deutschland.

1983

Erste Verkaufserfolge stellen sich ein. Einer der ersten Kunden ist die Firma Grundig, die die Montage einer Baugruppe eines Kassettenlaufwerks mit SCARA-Robotern von Hirata automatisiert. Um die neue Technologie im Konzern bekannt zu machen, wird von der Produktionsanlage ein Video gedreht.

1985

Die zweite Generation der SCARA-Roboter und Linearachsenroboter kommt auf den Markt. Die AR-H-Serie ist in drei Modellgrößen lieferbar. Das meist verkaufte Modell ist der AR-H300 mit der zugehörigen Steuerung HAC-04. Die Firma Hella setzt in Ihrem Werk in Recklinghausen mehrere dieser Roboter in einer Montagelinie ein. Die Geräte bleiben über 15 Jahre im Einsatz.

1986

Die erste mit SCARA-Robotern ausgestattete Montagelinie zur Bestückung von Leiterplatten mit großen bedrahteten Bauteilen wird bei der Firma SEL Graetz in Bochum von Hirata installiert.

1987

Die dritte Generation der SCARA-Roboter, die AR-i Serie ist fertig entwickelt und steht zum Verkauf bereit. Zum ersten Mal überhaupt wird eine multitasking-fähige Steuerung für SCARA-Roboter angeboten. Sie ermöglicht nicht nur die Steuerung des Roboters, sondern auch die Steuerung der Peripherie ohne zusätzliche SPS. Viele dieser Roboter werden als Lötroboter bei der Firma Philips eingesetzt.

1989

Hirata entwickelt einen der ersten SCARA-Roboter mit Direct-Drive-Antrieben und erhält für diese technische Leistung den Innovationspreis der japanischen Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai Shinbun".

1992

Die nächste Generation der SCARA-Roboter kommt auf den Markt. Die AR-C-Serie mit neuer Steuerung, basierend auf der 32-Bit Prozessortechnologie, und der neuen Programmiersprache HARL-III ist lieferbar.

1993

Die Hirata Robotics GmbH in Deutschland wird im November 1993 gegründet und übernimmt die Vertriebsaktivitäten für Hirata-Roboter in Europa, speziell für die deutschsprachigen Länder. Neben dem Vertrieb der Roboter werden nun auch komplette semi-standardisierte Automatisierungslösungen angeboten, bei denen der Roboter das Herzstück der Anlage ist. Beispiele sind Lötroboterstationen sowie Paletten-Magazinier- und Tray-Wechsel-Systeme für Kleinteile.

1996

Hirata beginnt mit der Entwicklung mit Reinraum-Robotern für die Wafer- und LCD-Glas-Handhabung.

1997

Mit der AR-S-Serie kommt die fünfte Generation der SCARA-Roboter in den Vertrieb. Außerdem wurden die Linearachsen komplett überarbeitet und auf die neue Antriebstechnik umgestellt. Die neue Steuerung verfügt über digitale Motorreglungen und Multitasking für 32 Tasks sowie die Weiterentwicklung der Programmiersprache HARL-III.

1998

Die Hirata Robotics GmbH zieht in neue, größere Produktions- und Verwaltungsgebäude um.

1999

Einführung wählbarer standardisierter E/A-Feldbustechnologien. Ab jetzt können die Steuerungen mit Interbus-S, Profibus oder anderen Bussystemen ausgerüstet werden.

2002

Die SCARA-Roboter der AR-S-Serie und die Linearachsenroboter sind mit Absolut-Encodern lieferbar. Das Volumen der bewährten Stationssteuerung wird durch hochintegrierte Bauteile auf 1/3 der bisherigen Baugröße reduziert. Außerdem ist die Stationssteuerung nun auch als Software-Lösung auf PC-Basis verfügbar.

2003

Hirata Robotics GmbH feiert 25 Jahre Hirata Roboter und 10-jähriges Bestehen in Deutschland. Alle SCARA-Roboter der AR-S Serie und die Linearsysteme der CRZ- und CRW-Serien werden mit Absolut-Encoder ausgestattet.

2004

Die Robotersteuerung HAC-854CE ist nun auch als „Embedded Controller“ in einem Industrie-Standardschaltschrank verfügbar. Die Reinraumroboter-Serie AR-W wird um vier Robotermodelle, die im Niedrig- bzw. Hochvakuum betrieben werden können, erweitert.

2005

Die SCARA-Roboter-Serie AR-S mit Absolut-Encodern wird um eine Modellvariante für die Wandmontage erweitert. Entwicklung des Palettiersystems ALC-600, das sich besonders für einfache Palettieraufgaben z.B. beim Einsatz an Spritzguss- oder Werkzeugmaschinen eignet. Entwicklung des tragbaren, multifunktionalen Handbediengeräts H-5700 für Embedded Robot Controller. Hier sind die Funktionen des klassischen Roboter-Teachpults und des Bedienpanels der Gesamtanlage in einem Gerät vereint.

2006

Börsengang der Muttergesellschaft Hirata Corporation in Japan.

2008

Entwicklung der flexiblen und modularen Montagezelle ACS-C-S900.

2010

Entwicklung des Palettierer Modells LCP-600E mit freiprogrammierbarem Handhabungsgerät und des Tray-Wechselsystems Modell TLC speziell für die Zu- und Abfuhr von Trays bei geringer Autonomie und den semiautomatisierten Bereich. Für die Herstellung von Solarpanels wurde eine Framing-Maschine entwickelt.

2011

Mit Wirkung zum 1.8. 2011 wird aus der Hirata Robotics GmbH die Hirata Engineering Europe GmbH. Mit dieser Namensänderung trägt das Unternehmen der Tatsache Rechnung, dass der Standort in Deutschland zur neuen Europazentrale der Hirata-Gruppe ausgebaut und ein Imagewechsel vollzogen wird. Wie schon die Muttergesellschaft in Japan ist Hirata Engineering Europe nun breiter aufgestellt und wandelt sich vom „klassischen“ Roboteranbieter zum Lieferanten für komplette Maschinen und Anlagen.

2012

Speziell für den Einsatz im Bereich der Motoren- und Getriebemontage wurde das vielseitig konfigurierbare Transportsystems VC75C entwickelt. Erster Großauftrag aus dem Automobilbereich in Europa.

Yasunari Hirata, der Firmengründer der Muttergesellschaft Hirata Corporation, Japan, stirbt am 7.8.2012 im Alter von 83 Jahren.

2013

Vorstellung der neuen AR-F-SCARA-Roboterserie mit batterieloser Encodertechnologie.

2016

Der Hauptsitz von Hirata in Japan wurde von Tokio nach Kumamoto verlegt.

Hirata Engineering Europe entwickelt das Palettiersystem SAST und automatisiert damit die Palettierung von Trays oder KLTs direkt von handelsüblichen Bodenrollern, die in der innerbetrieblichen Materiallogistik immer öfter eingesetzt werden.

2018

Hirata Engineering Europe hat einen großen Auftrag eines Automotive OEMs im Premiumbereich für den Aufbau einer vollautomatischen Montageanlage für Antriebskomponenten in Deutschland erhalten. Diese Komponenten werden dann in Elektro-Fahrzeugen verbaut.

2019

Hirata Engineering Europe baut seinen Standort in Mainz aus und reagiert damit auf zukünftige Entwicklungstrends im Bereich der Elektromobilität. Der komplette Bereich Powertrain, der sich mit der Planung, Konstruktion und Fertigung von Anlagen zur Fertigung von Getrieben, Motoren und Batterien für die Automobilindustrie beschäftigt, bezieht eine eigene Halle mit angeschlossenen Büros in Mainz-Hechtsheim.

2020

Einweihung des neuen Verwaltungsgebäudes der Hirata Corporation in Kumamoto, Japan