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SCARA
ist eine Abkürzung und steht für Selective
Compliance Assembly
Robot Arm
und bedeutet soviel wie selektiv ausgleichender Montageroboter.
Damit ist eben die Nachgiebigkeit der Horizontalachsen beim
vertikalen Fügen zu verstehen.
Vorteile
sind neben der im Verhältnis zu seinem Arbeitsraum kleinen
Standfläche auch die hohe Steifigkeit des Roboterarms in
vertikaler Richtung. Dadurch kann er je nach Modell Einpresskräfte
bis zu 200 N aufnehmen, ohne dass er dauerhaft Schaden erleidet.
Im Übrigen ist die Mechanik des SCARAs wesentlich robuster gegenüber
kleineren Kollisionen als die von Knickarmrobotern mit ihren
empfindlichen Getrieben in der fünften und sechsten Achse. Die
hohe Horizontalgeschwindigkeit des SCARAs und die dadurch kurzen
Pick- und Placezeiten sowie seine große Wiederholgenauigkeit, die
im allgemeinen je nach Armlängen bei ±0,02 mm bis ±0,05 mm
liegen, zeichnen ihn ebenfalls aus. Durch den zentralen Standfuß
und der Freischaltung der Achsen ergibt sich eine unkomplizierte,
schnelle und gute Zugänglichkeit an die Peripherie für Wartungs-
und Einrichtarbeiten. Außerdem besitzt er eine wartungsarme
Antriebsmechanik. Die beiden Hauptachsen sind wartungsfrei, wenn
die eingesetzten Harmonic-Drive-Getriebe eine Dauerfettfüllung
haben. Nur die Z/W-Achse, die aus einer Kombination aus
Keilschaftwelle mit eingeschliffener Kugelumlaufspindel besteht,
muss von Zeit zur Zeit gefettet werden. Darüber hinaus ist nur
die Spannung der Zahnriemen, die die Bewegungen der Motoren auf
die Welle übertragen regelmäßig zu kontrollieren.
Für
das häufig beim Fügen von Teilen auftretende Problem des
Verkantens der beiden zu fügenden Teile birgt die SCARA-Kinematik
eine verblüffende Lösung. Nachdem der Roboter mit seinen Achsen
die horizontale Position oberhalb des Zielpunktes angefahren hat,
werden die Motoren der Schulter-, Ellenbogen- und Handachse
stromlos geschaltet, nur die Positions-Encoder bleiben unter
Spannung und registrieren eine mögliche Veränderung der
Achspositionen. Jetzt beginnt die Z-Achse ihre Fügebewegung nach
unten auszuführen. Die zwangsgeführte Linearbewegung der Achse
ergibt eine optimale Fügebewegung, die sich positiv auswirkt.
Jedoch kommt es aus Toleranzgründen oft vor, dass es einen
kleinen Versatz in der X-Y-Ebene zwischen den beiden zu fügenden
Teilen gibt. Sind nun an den Teilen Fügeschrägen angebracht,
gleicht sich der Versatz passiv durch den Roboter aus, weil die
Horizontalachsen des Roboters nachgeben können. Aus diesem
Verhalten der Roboterachsen leitet sich nämlich auch der Name des
SCARA-Roboter ab.
Der
SCARA wurde entwickelt, um Werkstücke in einer möglichst kurzen
Zeit von der Bereitstellungsposition zum Montageort zu bringen und
sie geradlinig vertikal von oben zu fügen. Das bedeutet aus der
Sicht der Steuerungstechnik, dass die Achsen des Roboters eine
zeit- und wegoptimierte Bewegung ausführen müssen. Einen solchen
Ablauf erhält man, wenn die Achsen eine Punkt-zu-Punkt-Bewegung
ausführen. Dabei kann die Bahn zwischen Start- und Zielpunkt, auf
der sich der Greifer bewegt, durch den Programmierer nicht
beeinflusst werden. Um einen aus der Sicht der Dynamik eleganten
und optimalen Bewegungsablauf zu erhalten, starten und stoppen
Schulter- und Ellenbogenachse gleichzeitig. Der
Roboter "übersteuert“ quasi die gedachte Gerade zwischen
Start- und Zielpunkt, je nach dem wo die Punkte im Arbeitsraum
liegen Dadurch
bewegt sich der Greifer auf radienförmigen oder elliptischen
Bahnen zwischen Start- und Zielpunkt.
Was
passiert, wenn der Bewegungsablauf (radienförmigen
oder elliptischen Bahnen zwischen Start- und Zielpunkt)
nicht beachtet wird?
Durch
Unkenntnis oder Missachtung dieser Tatsache werden oft
Peripheriegeräte mit Störkanten im Schwenkbereich des Armes
aufgebaut, die die Bewegung des Roboter dann behindern. So kann es
leicht zu Kollisionen kommen und es müssen Verschleifpositionen
einprogrammiert werden, um das Hindernis zu umfahren. Das wirkt
sich natürlich äußerst negativ auf die Taktzeit aus. Daher gilt
als oberste Prämisse: Bei hochgezogener Vertikalachse muss sich
der Roboterarm völlig frei innerhalb seines möglichen
Arbeitsbereiches bewegen können. Störkonturen von Peripheriegeräten
oder der Schutzumzäunung sind zu vermeiden bzw. in die hinteren
beiden Schenkel des Arbeitsbereiches zu legen.
Man
muss wissen, dass die vertikale Achse (Z-Achse) die langsamste
Achse des Roboters ist. Sie muss bei einem Pick- und Place-Zyklus
den Weg viermal zurücklegen, während der horizontale Weg nur
zweimal zurückgelegt wird. Daher sollte man versuchen, den Z-Hub
klein zu halten. Außerdem ist zu empfehlen, dass dabei die
Z-Achse nicht vollständig ausgefahren wird, denn bei einer weit
nach unten ausgefahrener Z-Achse reagiert diese auf Querkräfte am
Greifer empfindlicher und die erzielbare Genauigkeit ist
schlechter.
Man
sollte versuchen die anzufahrenden Positionen in der horizontalen
Ebene so zu legen, dass Schulter- und Ellenbogenachse vom Start-
zum Zielpunkt in die gleiche Richtung drehen. Dadurch ergibt sich
eine Summierung der Winkelgeschwindigkeiten der einzelnen Achse
und eine kürzere Zykluszeit als bei gegenläufiger Bewegung bei
gleichem Abstand.
Diese
Empfehlung ist jedoch in den meisten Fällen nicht realisierbar,
da Peripheriegeräte konstruktive Merkmale und geometrische
Gegebenheiten aufweisen, die nicht beeinflusst werden können. Bei
den meisten Anbietern von SCARA-Robotern liegen die Positionen,
die für die Bestimmung der Referenzzykluszeiten verwendet werden,
optimalerweise im äußeren Bereich des Arbeitsbereiches.
Will
man sich bei der Planung des Robotereinsatzes über die zu
erwartende Taktzeit klar werden, sollte eine Taktzeitstudie anhand
eines konkreten Layouts durchgeführt werden. Auf keinen Fall
sollten Zeiten aufgrund von Winkelgeschwindigkeiten und Drehwege
berechnet werden. Selbst Simulationsprogramme weisen in der Regel
einen Fehler von 10% bis 15% auf.
Es
sind zwei wichtige Aspekte zu beachten. Meistens betrachtet der
Konstrukteur nur das Greifer- und Werkstückgewicht und vergleicht
sie mit den angegebenen Spezifikationen. Das Handhabungsgewicht
wirkt sich hauptsächlich auf das Beschleunigungs- und Verzögerungsverhalten
der Schulter- und Ellenbogenachse aus und hat wesentlichen
Einfluss auf die Vertikalachse. Oft liegt jedoch das
Greifergewicht immer unterhalb der Kapazität des Roboters. Viel
entscheidender ist das Massenträgheitsmoment des Greifers, das
auf die Hand-Achse des Roboters wirkt. Die Leistung des
W-Achsenmotors ist meistens nicht besonders groß, da aus Gründen
einer optimalen Dynamik das Gewicht und die Größe des Motors
klein gehalten wird. Bei der Drehung des Greifersystems um die
W-Achse beeinflusst das Massenträgheitsmoment die Lageregelung.
Solange das Greifersystem konzentrisch zum Mittelpunkt der W-Achse
angebracht ist, hält sich das Trägheitsmoment in verträglichen
Grenzen. Wird der Greifer jedoch asymmetrisch zum
W-Achsendrehpunkt angebracht, nimmt das Massenträgheitsmoment
aufgrund des Steinerischen Satzes quadratisch mit dem Abstand zu.
Werden noch zusätzliche steife Kabel und Pneumatikschläuche an
das Greifersystem herangeführt, kann das erlaubte Trägheitsmoment
schnell überschritten werden. Die Folge ist ein Überschwingen
oder Vibrieren der Achse, was wiederum zu Zykluszeitverlust führt.
Bei
der Konstruktion des Untergestells hinsichtlich Struktur, Größe
und Gewicht sollten die Angaben der Hersteller beachtet werden.
Geschweißte Untergestelle mit einer 20 bis 30 mm starken
Stahlplatte und einem Gewicht von 300 bis 500 kg bieten in der
Regel genügend Masse, um die dynamischen Kräfte, die bei den
Horizontalbewegungen des Roboters entstehen, aufzunehmen. Bei
Aluminiumprofilkonstruktionen sollten vertikale Profile mit einer
Seitenlänge von mindestens 100 mm x 100 mm eingesetzt werden. Außerdem
ist darauf zu achten, dass die verwendeten Profil-Verbinder die
dynamischen Kräfte auf Dauer übertragen können, ohne sich zu
lockern. Wird eine Aluplatte verwendet, auf die der Roboter
aufgeschraubt wird, sollte diese eine Stärke von 30 mm aufweisen.
Bei Alu-Gestellen empfiehlt es sich das Gestell an mindestens zwei
diagonal liegenden Punkten mit dem Boden zu verdübeln. Ist dies
aus baulichen Gründen nicht möglich, muss ggf. eine zusätzliche
Stahlplatte im unteren Bereich des Gestells eingebaut werden.
Stabile und schwingungsdämpfende Maschinengestellfüße sind außerdem
zu empfehlen.
Ganz
wichtig ist, dass der Robotertisch mit einer Maschinenwasserwaage
(0,2 mm auf 500 mm) ausgerichtet wird. Peripheriegeräte, die
nicht auf oder am Untergestell befestigt sind, sollten mit diesem
massiv verbunden werden, wenn der Roboter dort Positionen anfahren
muss. Damit wird einer möglichen Positionsdrift durch Erschüttungen,
Stöße oder Temperatur vorgebeugt. Die Schwingantriebe der Rütteltöpfe
und Linearstrecken sollten jedoch nicht oder nur über Dämpfungsglieder
mit dem Untergestell verbunden werden, da die Vibrationen sich
negativ auf die Motorregelung des Roboters auswirken.
Oft
wird der Arbeitsbereich des Roboters durch ungeschickt angeordnete
Peripheriegeräte schlecht zugänglich. Das Teachen von Positionen
wird erschwert und Wartungsarbeiten am Roboter und an der
Peripherie sind nur mühsam durchführbar. Am besten platziert man
die Zuführungen von Teilen wie Vibrationswendelförderer,
Stangenmagazine oder Paletten jeweils in den beiden Schenkel des
Arbeitsbereiches. Die Position des Montagenestes bzw. Werkstückträgers
legt man vorne in die Mitte des Arbeitsbereiches. Dadurch können
auch mehrere Roboterstationen nebeneinander in Linie aufgestellt
werden und der Bediener kann bequem alle Punkte im Arbeitsbereich
erreichen. Um einen Maschinenstillstand beim Nachfüllen von
Teilen zu vermeiden, sollte sich z.B. der Nachfüllbunker bzw.
Sortiertopf außerhalb der Schutzumzäunung des Roboters befinden.
Für
welche Einsatzbereiche ist die SCARA-Kinematik ungeeignet?
Nicht
einsetzen sollte man den SCARA-Roboter zum Be- und Entladen von
Pressen, Werkzeug- und Spritzgussmaschinen sowie anderen
Vorrichtungen, wenn der gesamte Roboterarm geradlinig horizontal
in Maschinenöffnungen hinein- und herausfahren muss und es dabei
auf kurze Taktzeiten ankommt. Solche horizontalen Linearbewegungen
führt er im Verhältnis zu seinen schnellen
Punkt-zu-Punkt-Bewegungen relativ langsam aus. Ebenso sind lineare
oder zirkulare Bahnbewegungen, wie sie z.B. beim Auftragen von
Klebstoffen nötig sind, am äußeren oder inneren Grenzbereich
des Arbeitsraumes zu vermeiden, da hier die Arme eine sehr ungünstige
Stellung zueinander haben und dadurch die Bahntreue sehr stark
abnimmt bzw. die Bahngeschwindigkeit inkonstant wird.
Linearachsensysteme
Freiprogrammierbare
Linearachsensysteme werden in der Regel als Baukastensystem
angeboten. Das heißt, der Anwender kann sich aus einer Reihe von
Achsmodellen das passende System zusammenstellen. Dabei sind die
Anzahl der Achsen, Hublängen, Geschwindigkeit, Handhabungsgewicht
und Positioniergenauigkeit die Auswahlkriterien.
Welche
Antriebe werden eingesetzt?
Es
werden unterschiedliche Antriebskonzepte angeboten wie Spindel,
Zahnriemen, Zahnstange oder Linearmotor. Die meisten Achsen haben
einen steifen rohr- oder kastenförmigen Querschnitt.
Beim
Kostenvergleich zwischen Linearachsen- und SCARA-Robotern wird
vorausgesetzt, dass die Roboter in etwa den gleichen
Arbeitsbereich überstreichen und mit der gleichen
Antriebstechnologie arbeiten. Aufgrund des Baukastenprinzips hat
das Linearachsensystem bei einer ein- und zweiachsigen Kinematik
einen deutlichen Preisvorteil. Bei drei- und vierachsigen Modellen
nähert sich der Preis relativ schnell an den eines SCARA-Roboters
an. Nur bei sehr kleinen Hüben um 300 mm x 300 mm ist der
Linearachsenroboter noch günstiger, darüber bietet der
SCARA-Roboter den besseren Preis. In puncto Betriebskosten hat der
SCARA die wartungsärmere Antriebsmechanik. Die beiden Hauptachsen
sind wartungsfrei, während bei dem Linearachsensystem die Spindel
und die Führungen regelmäßig gefettet werden müssen. Die
Z/W-Achse, die aus einer Kombination aus Keilschaftwelle und
eingeschliffener Kugelumlaufspindel besteht, unterliegen bei
beiden Kinematiken der Wartung.
Zyklus-
und Taktzeiten sind beim Linearachsensystem abhängig vom
Antriebskonzept. Zahnriemengetriebene Achsen sind sehr schnell,
haben aber in punkto Positionier- und Wiederholgenauigkeit
schlechtere Kennwerte. Achsen mit Linearmotorantrieb weisen eine
hohe Dynamik und Genauigkeit auf, sind jedoch im Vergleich zu üblichen
Rotationsmotoren und Spindelantrieben erheblich teurer. Bei einem
herkömmlichen Spindelantrieb können Geschwindigkeiten von bis zu
2.000 m/s erreicht werden, die Positionier- und
Wiederholgenauigkeiten sind vergleichbar mit denen bei
Linearmotoren. Bei kurzen horizontalen Verfahrwegen von weniger
als 100 mm sind Linearachsenroboter mit Spindelantrieb und
SCARA-Roboter etwa gleich schnell. Erst bei großen Strecken hat
der SCARA-Roboter die Nase vorn.
Egal
welche Kinematik man einsetzt, bei der Anordnung und Festlegung
der anzufahrenden Positionen sollte man immer beachten, dass die
vertikale Achse (Z-Achse) die langsamste Achse des Roboters ist.
Sie muss bei einem Pick- und Place-Zyklus den Weg viermal zurücklegen,
während der horizontale Weg nur zweimal zurückgelegt wird. Daher
sollte man versuchen, den Z-Hub klein zu halten. Außerdem ist zu
empfehlen, dass dabei die Z-Achse nicht vollständig ausgefahren
wird, denn bei einer weit nach unten ausgefahrener Z-Achse
reagiert diese auf Querkräfte am Greifer empfindlicher und die
erzielbare Genauigkeit ist schlechter.
Ein-
und zweiachsige Linearachsensysteme können in der Regel höhere
Handhabungsgewichte verkraften als ein zweiachsiger SCARA-Roboter.
Erst bei drei- und vierachsigen Linearachssystemen sinkt unter
Umständen das nutzbare Handhabungsgewicht rapide. Der Grund liegt
darin, dass als Z-/W-Achseneinheit meistens die gleiche Einheit
wie bei den SCARA-Robotern verwendet wird. Daher ist bei der
Gestaltung des Greifersystems und dessen Anbringung an der Z-Achse
des Roboters einiges zu beachten. Das Handhabungsgewicht wirkt
sich hauptsächlich auf das Beschleunigungs- und Verzögerungsverhalten
der X- und Y-Achse aus und hat auch einen wesentlichen Einfluss
auf die Vertikalachse. Meistens betrachtet der Konstrukteur nur
Greifer- und Werkstückgewicht und vergleicht sie mit den
angegebenen Spezifikationen. Oft liegt das Greifergewicht dabei
noch unterhalb der Kapazität des Roboters und ist dadurch
unproblematisch.
Das
Massenträgheitsmoment des Greifers wirkt auf die Hand-Achse des
Roboters. Die Leistung des W-Achsenmotors ist meistens nicht
besonders groß, da aus Gründen einer optimalen Dynamik das
Gewicht und die Größe des Motors klein gehalten wird. Bei der
Drehung des Greifersystems um die W-Achse beeinflusst das Massenträgheitsmoment
die Lageregelung. Solange das Greifersystem konzentrisch zum
Mittelpunkt der W-Achse angebracht ist, hält sich das Trägheitsmoment
in verträglichen Grenzen. Wird der Greifer jedoch asymmetrisch
zum W-Achsendrehpunkt angebracht, nimmt das Massenträgheitsmoment
aufgrund des Steinerischen Satzes quadratisch mit dem Abstand zu.
Werden noch zusätzlich steife Kabel und Pneumatikschläuche an
das Greifersystem herangeführt, kann das erlaubte Trägheitsmoment
schnell überschritten werden. Die Folge ist ein Überschwingen
oder Vibrieren der W-Achse.
Bei
der Konstruktion des Untergestells hinsichtlich Struktur, Größe
und Gewicht sollten die Angaben der Hersteller beachtet werden. Im
Vergleich zum Untergestell für einen SCARA-Roboter muss das
Untergestelle für ein Linearachsensystem aus zwei Gründen
wesentlich stabiler ausgeführt werden. Erstens wird eine größere
Masse bewegt und zweitens liegt der Schwerpunkt eines
Linearachsensystems bzw. -roboters höher als beim SCARA-Roboter.
Am besten eignet sich eine Rahmenkonstruktion, die in ihren
horizontalen Abmessungen etwa dem Arbeitsbereich des
Linearachsensystems entspricht. Geschweißte Untergestelle mit
einer 20 bis 30 mm starken Stahlplatte und einem Gewicht von 500
bis 600 kg bieten in der Regel genügend Masse, um die dynamischen
Kräfte, die bei den Horizontalbewegungen entstehen, aufzunehmen.
Bei Aluminiumprofilkonstruktionen sollten vertikale Profile mit
Querschnitten von mindestens 100 mm x 100 mm eingesetzt werden. Außerdem
ist darauf zu achten, dass die verwendeten Profil-Verbinder die
dynamischen Kräfte auf Dauer übertragen können, ohne sich zu
lockern. Wird eine Aluplatte verwendet, auf die der Roboter
aufgeschraubt wird, sollte diese eine Stärke von 30 mm aufweisen.
Bei Alu-Gestellen empfiehlt es sich das Gestell an mindestens zwei
diagonal liegenden Punkten mit dem Boden zu befestigen. Ist dies
aus baulichen Gründen nicht möglich, muss gegebenenfalls eine
zusätzliche Stahlplatte im unteren Bereich des Gestells eingebaut
werden. Stabile und schwingungsdämpfende Maschinengestellfüße
sind ebenfalls zu empfehlen. Ganz wichtig ist, dass der
Robotertisch mit einer Maschinenwasserwaage (0,2 mm auf 500 mm)
ausgerichtet wird.
Peripheriegeräte,
die nicht auf oder am Untergestell befestigt sind, sollten mit
diesem massiv verbunden werden, wenn der Roboter dort Positionen
anfahren muss. Damit wird einer möglichen Positionsdrift durch
Erschüttungen, Stöße oder Temperatur vorgebeugt. Die
Schwingantriebe der Rütteltöpfe und Linearstrecken sollten
jedoch nicht oder nur über Dämpfungsglieder mit dem Untergestell
verbunden werden, da sich die Vibrationen negativ auf die
Motorregelung des Roboters auswirken.
Im
Gegensatz zum SCARA-Roboter ist die Zugänglichkeit bei einem
Linearachsensystem bzw. -roboter eingeschränkt. Denn an einer
Seite der Anlage befindet sich die feststehende X-Achse, die am
Untergestell befestigt ist. Bei der Planung sollte darauf Rücksicht
genommen werden. Um einen Maschinenstillstand beim Nachfüllen von
Teilen zu vermeiden, sollte sich z.B. der Nachfüllbunker bzw.
Sortiertopf außerhalb der Schutzumzäunung des Roboters befinden
und die Bedienseite der feststehenden X-Achse gegenüber liegen.
Im Gegensatz zum SCARA-Roboter bewegt sich ein Linearachsensystem
zwangsläufig geradlinig. Dadurch ist die Bahnsteuerung mit
linearer und zirkularer Interpolation steuerungstechnisch
wesentlich einfacher zu beherrschen. Dadurch sind Bahntreue und
Bahngeschwindigkeit in allen Bereichen des Arbeitsraumes konstant.
Daher eignet sich der Linerachsenroboter auch gut zum Be- und
Entladen von Pressen, Werkzeug- und Spritzgussmaschinen sowie
anderen Vorrichtungen, wenn der Roboterarm geradlinig horizontal
in Maschinenöffnungen hinein- und herausfahren muss und es dabei
auf kurze Taktzeiten ankommt.
Autostocker
Wo werden Autostocker eingesetzt?
In
einer automatisierten Produktionsanlage stellt die Zu- oder Abführung
von Werkstücken durch einen Roboter oder ein Handhabungsgerät
einen der wichtigsten Prozesse dar. Ist bei der Zuführung die
Ausrichtung oder die Position des Werkstücks ungenau, kann dies
zu Störungen im Produktionsablauf führen und die Anlage arbeitet
nicht effizient. Um Werkstücke geordnet zu- bzw. abführen zu können,
müssen sie z.B. in Paletten gespeichert werden.
Die
Palettenmagazinier und -wechsler von Hirata, kurz Autostocker
genannt, lösen das Zuführen und Wechseln solcher Paletten im
Stapel auf wirtschaftliche und zuverlässige Weise. Die typischen
Anwendungsbereiche des Autostockers finden sich in der
Kleinteilmontage und der Palettierung von Teilen an
Kunststoffspritzgieß- und Werkzeugmaschinen.
Welche
Palettengrößen können verarbeitet werden?
Der
Größenbereich der Paletten liegt zwischen 400 mm x 300 mm bis
800 mm x 600 mm liegen. Auch Zwischenmaße oder Paletten kleiner
als 400 mm x 300 mm sind möglich. Der Maschinenkörper des
Autostockers besteht aus Aluminiumprofilen, so dass die
Konstruktion leicht an die verschiedenen Palettengrößen
angepasst werden kann.
Wie
funktioniert der Autostocker?
Innerhalb
des Maschinenkörpers werden die Palettenstapel auf zwei
horizontalen Ebenen transportiert. Auf der unteren Ebene ist ein
Doppelgurtband montiert, auf dem die Stapel mit unbearbeiteten
Paletten aufgegeben werden. Das Transportband mit Seitenführung
bringt den Stapel zu einem Lift. Dieser hebt den gesamten Stapel
nach oben auf die zweite Ebene. Eine Zentriereinheit zentriert und
fixiert jetzt die oberste Palette des Stapels. Hierfür muss die
Palette über eine Außenkontur verfügen, die es erlaubt die
Palette horizontal und vertikal formschlüssig aufzunehmen. Ist
die Palette fixiert, fährt der Lift wieder soweit nach unten, bis
eine pneumatisch arbeitende Schieberplatte unter die jetzt
vereinzelte Palette fahren kann. Jetzt ist die Palette vereinzelt
und bereit durch einen Roboter oder ein Handhabungsgerät entladen
zu werden. Ist die Palette bearbeitet, öffnet sich die
Zentrierung, die Palette setzt auf der Schieberplatte auf und die
Schieberplatte fährt die Palette um etwas mehr als die Palettenlänge
nach hinten. Sobald sich der Schieber nicht mehr im Liftbereich
befindet, beginnt sich der Lift zu heben und die nächste Palette
wird vereinzelt. Zur gleichen Zeit, wenn also der Schieber in
seiner hinteren Stellung angekommen ist, senkt sich die
Ladermechanik ab, um die bearbeitete Palette wieder aufzustapeln.
Wie
erfolgt die Be- und Entladung des Autostockers?
In
der Basisausführung des Autostockers werden die Stapel der vollen
Paletten manuell auf das untere Band aufgeben und der Stapel der
leeren Paletten oben vom Lader abgenommen. Reicht die
Speicherkapazität von zwei Voll- und einem Leerstapel nicht aus,
können weitere Pufferbandsegmente an das Basisgerät
angeschlossen werden. Durch die baukastenartige
Erweiterungsmöglichkeiten mit Puffersegmenten und Andockstationen
für Transportwagen oder Flurförderfahrzeuge ist auch der
vollautomatischen Betrieb möglich.
Was
bedeutet „umgekehrte Flussrichtung“?
Um
bei einer Befüllung der Paletten das schwerere Gewicht des vollen
Stapels auf der unteren Ebene zu haben, gibt es den Autostocker
auch mit umgekehrter Palettenflussrichtung. Das heißt, auf den
Lader oben werden leere Paletten aufgelegt. Der Lader ist so
modifiziert, dass er die unterste Palette vereinzelt auf die
Schiebeplatte ablegen kann. Der Schieber bringt die leere Palette
nach vorne zum Zentrierer. Dieser übernimmt sie formschlüssig
und der Schieber fährt wieder zurück. Sobald der Schieber aus
dem Bereich des Lift herausgefahren ist, fährt der Lift nach oben
und unterschützt die Palette. Während die Palette befüllt wird,
vereinzelt der Lader die nächste leere Palette auf die
Schieberplatte. Ist die Palette befüllt öffnet sich die
Zentrierung, der Lift fährt ein Stück nach unten und die nächste
Palette wird vom Schieber nach vorne gebracht. Auf diese Weise
entsteht auf dem Lift wieder ein Stapel mit vollen Paletten. Ist
der Stapel groß genug, fährt der Lift mit dem Stapel ganz nach
unten und setzt ihn auf das Transportband ab.
Bis
zu welchem Stapelgewicht kann manuell be- und entladen werden?
Sind
die befüllten Stapel schwerer als 15 kg (bei sehr häufigem
Palettenwechsel) bzw. maximal 25 kg (bei gelegentlichem
Palettenwechsel), dürfen sie nicht mehr manuell entnommen werden.
Dies ist laut Arbeitsstättenverordnung verboten. In einem solchen
Fall kann an das Basismodul eine Andockstation für Transportwagen
angebaut werden. Hier wird der Stapel automatisch auf den
Transportwagen befördert. Die Übergabe an ein Flurförderfahrzeug
mit einer entsprechenden Vorrichtung ist ebenfalls möglich. Ist
auch der Leerstapel zu schwer für die manuelle Beschickung oder
soll er per Flurförderfahrzeug an den Autostocker geliefert
werden, kann mit einem weiteren Liftmodul zwischen Andockstation
und Basismodul der Leerstapel auf das Niveau des Laders gebracht
werden.
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